Pechpfuhl

Unser Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, den Pechpfuhl am Verbindungsweg zwischen Frohnau und Stolpe als temporäres Kleingewässer wiederherzustellen.

Am Mittwoch, 30. September 2026, beginnen die Arbeiten zur Revitalisierung des Pechpfuhls, der früher eine Ausdehnung von etwa 60 m × 60 m hatte, aber infolge der letzten niederschlagsarmen Jahre weitestgehend ausgetrocknet ist.

Das Bild des Pechpfuhls wird sich dabei zunächst deutlich verändern. Wer in den kommenden Tagen hier vorbeikommt, wird möglicherweise erst einmal irritiert sein: Gehölze und Sträucher werden entfernt, die Vegetation wird zurückgenommen und anschließend wird die Gewässersenke mit einem Bagger vertieft.

Dabei wird zunächst sichtbar Natur verschwinden. Uns ist wichtig, das offen zu benennen. Diese Eingriffe sind jedoch notwendig, um den Pechpfuhl als temporäres Kleingewässer wiederherzustellen und damit langfristig einen wertvollen Lebensraum für Amphibien, wasser- und feuchtgebietsgebundene Insekten und andere Kleintiere zu schaffen. In Verbindung damit soll auch das umgebende Gelände ökologisch aufgewertet und die Verdunstung verringert werden, unter anderem, indem Gebüsch reduziert und invasive Arten wie Späte Traubenkirsche und Robinie entnommen werden.

Warum die Arbeiten erst jetzt beginnen

Ein bodenkundliches und hydrologisches Gutachten aus 2025 bescheinigte dem Projekt gute Erfolgsaussichten. Die Berliner Stadtgüter als Flächeneigentümer unterstützen das Projekt. Die Behörden des Landkreises Oberhavel haben dem Projekt zugestimmt.

Ursprünglich sollten die Arbeiten bereits im Winter 2025/26 beziehungsweise im Frühjahr 2026 stattfinden. Nachdem alle Genehmigungen vorlagen, die Förderzusage der Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg im Dezember 2025 erteilt worden war und ein Tiefbauunternehmen beauftragt wurde, verhinderten zunächst der Dauerfrost im Januar und Februar und anschließend der wieder gut mit Wasser gefüllte Pechpfuhl die Durchführung.

Pechpfuhl im Mai 2026 (© Schlegel)

Die Verschiebung auf den Herbst 2026 war sowohl aus naturschutzfachlicher als auch aus bautechnischer Sicht sinnvoll. Dass sich der Pechpfuhl in diesem Jahr zwischenzeitlich wieder mit Wasser gefüllt hat, ist für die Natur eine erfreuliche Entwicklung. Unter anderem haben sich Wildenten und Blässhühner eingefunden.

Was jetzt passiert

Zu Beginn der Arbeiten wird zunächst die Fläche für das Zwischendepot für den Bodenaushub seitlich des Pechpfuhlwegs von Gehölzen freigemacht. Anschließend werden die Sträucher rund um den Pechpfuhl zurückgenommen. Danach beginnen die eigentlichen Baggerarbeiten in der Senke: Die oberste Boden- und Wurzelschicht wird abgetragen und die Gewässersenke vertieft.

Der Aushub wird zunächst auf der dafür vorbereiteten Fläche zwischengelagert, damit er entwässern und der Boden auf Schadstoffe untersucht werden kann. Wenn die Bodenproben vorliegen und es keinen Anhalt für Schadstoffe gibt, soll der Aushub auf umliegenden Ackerflächen verteilt werden.

Spaziergänger*innen können sich über das Projekt und die anstehenden Arbeiten über Informationstafeln vor Ort informieren.

Der Pechpfuhlweg wird im Abschnitt am Pechpfuhl während der Arbeiten für Fahrzeuge vollständig gesperrt. Fußgänger werden bei Bedarf über eine Absperrung an dem Arbeitsbereich vorbeigeleitet. Die Baustellenzeit wird voraussichtlich knapp eine Woche betragen. Genauere Angaben sind nach der einleitenden Baubesprechung möglich.

Ein wichtiger Schritt für den Pechpfuhl

Mit den jetzt beginnenden Arbeiten setzen wir die bereits seit längerer Zeit vorbereitete Revitalisierung des Pechpfuhls um. Ziel ist, die frühere Kleingewässerfläche wieder so herzustellen, dass sie möglichst regelmäßig vom Winter bis in den Sommer Wasser führt.

Was jetzt zunächst nach einem starken Eingriff aussieht, ist damit der erste sichtbare Schritt auf dem Weg zu einem wieder funktionierenden Feuchtlebensraum.

Winterimpression im Januar 2024