SoFi am Stolper Feld

So voll war es das letzte Mal 2009 am Stolper Feld, als der Sendemast gesprengt wurde. Gestern Abend zog es wieder viele Menschen hinaus aufs Feld – diesmal, um ein seltenes Himmelsereignis zu bestaunen: die Sonnenfinsternis.

Ein magischer Moment (© Schlegel)

Die besten Plätze waren schon früh besetzt, vor allem unsere Bank am Sonnenblumenfeld. Sie wurde kurzerhand zum Picknicktisch umfunktioniert und bot der kleinen Gemeinschaft von SoFi-Begeisterten genügend Platz, um die Leckereien auszubreiten.

SoFi-Feier auf „unserer Bank“ (© Schlegel)

Überall am Feldrand und entlang des Mauerwegs standen Menschen zusammen – alleine oder in Gruppen, mit Fahrrad, Bollerwagen, Kind und „Kegel“. Die SoFi-Brillen wurden herumgereicht, und viele erinnerten sich an 1999, als wir schon einmal ein solches kosmisches Schauspiel verfolgen konnten.

Gestern schob sich der Mond langsam vor die Sonne. Was dabei geschieht, ist eigentlich ganz einfach und doch immer wieder erstaunlich: Sonne, Mond und Erde stehen für einen kurzen Moment nahezu in einer Linie. Der Mond wirft seinen Schatten auf die Erde und nimmt uns dabei ein Stück Sonne aus dem Blick.

Sonnenfinsternisse gibt es weltweit sogar zwei bis fünf Mal im Jahr. Doch nur ein kleiner Teil der Erde erlebt jeweils dieselbe Finsternis, und eine totale Sonnenfinsternis ist an einem bestimmten Ort ein ausgesprochen seltenes Ereignis. In Deutschland konnten wir gestern eine partielle Sonnenfinsternis beobachten – in Berlin wurden beim Höhepunkt rund 85 Prozent der Sonne vom Mond bedeckt.

Vielleicht ist es gerade diese Seltenheit, die uns für einen Moment aus unserem Alltag holt. Wir stehen da, schauen gemeinsam nach oben und erleben etwas, das schon seit Milliarden von Jahren geschieht – und doch genau in diesem Augenblick nur für uns hier am Stolper Feld.

Unser Sonnenblumenfeld war dafür eine besonders schöne und begehrte Kulisse. Zwischen den unzähligen Sonnenblumen, dem warmen Abendlicht und dem immer dunkler werdenden Himmel wurde der Blick nach oben zu einem gemeinsamen Erlebnis.

SoFi am Sonnenblumenfeld (© Schlegel)

Und vielleicht ist das eine der schönsten Seiten solcher Himmelsereignisse: Sie erinnern uns daran, dass wir Teil von etwas sehr viel Größerem sind. Dass die Sonne weiter scheint, der Mond seine Bahnen zieht und wir Menschen immer wieder staunend stehen bleiben können.

Wir danken dem Mond und der Sonne für dieses wunderschöne Schauspiel – und allen, die diesen besonderen Abend mit uns am Stolper Feld geteilt haben.

Sommerglück zum Mitnehmen vom Stolper Feld

Manchmal braucht es gar nicht viel: blauen Himmel, leuchtende Sonnenblumen und nette Gespräche.

Sonnengruß mit Sonnenblume (© Schlegel)

Genau dazu laden wir euch morgen, Samstag, 8. August, von 14 bis 17 Uhr, an unseren Infostand am Mauerweg zwischen Zugang Gollanczstraße und Invalidensiedlung, direkt am Schild zum Sonnenblumenfeld ein.

Lernt unser Sonnenblumenprojekt und den Verein Vielfalt für das Stolper Feld e. V. kennen, tauscht euch mit uns aus und pflückt euch – außerhalb der Schutzzone – ein paar Sonnenblumen für zuhause.

Wir freuen uns auf einen Sommernachmittag mit euch! 🌻
Das Vielfalt-Team

Purer Sonnenblumengenuss

Schönheiten in der Abendsonne (© Schlegel)

Sie sind zurzeit die Stars auf den Stolper Feldern: Die Sonnenblumen blühen in voller Pracht und leuchten in strahlendem Gelb. Sie werden fotografiert, bestaunt, gepflückt und ziehen Menschen, Insekten und Vögel gleichermaßen magnetisch an. Viele von uns gehen täglich am Feld vorbei – und doch scheint es jeden Tag noch ein bisschen mehr zu werden: Immer neue Blüten strecken sich der Sonne und uns entgegen.

Wer mag, kann dieses Sommererlebnis bei einem Spaziergang rund um die vier Hektar große Fläche genießen. Die Kamera sollte unbedingt dabei sein – und vielleicht auch eine Gartenschere, um sich ein paar Blüten für die Vase zu Hause mitzunehmen. Das ist in allen Bereichen ausdrücklich erlaubt, die nicht als „Schutzzone“ markiert sind.

Auch zuhause schön (© Fischer)

Wir freuen uns über Fotos von Blumensträußen, Sonnenblumen in der Vase oder anderen schönen Motiven, die rund um das Feld entdeckt wurden. Schicke sie einfach per Mail an uns. Mit der Einsendung erklärst Du Dich einverstanden, dass wir die Bilder später – vielleicht als sonnige Erinnerung im dunklen Winter – in einer kleinen Rückschau veröffentlichen.

Übrigens haben wir hier ein Sonnenblumenquiz für neugierige Menschen. Wer mitmacht, erfährt noch mehr über diese faszinierenden Pflanzen. Wenn Du uns Deine Antworten schickst, verraten wir Dir persönlich die Auflösung.

Augenweide (© Schlegel)

Sonnenblumen, Marienkäfer und wilde Begleitung

Unsere Sonnenblumen strecken sich der Sonne entgegen und werden von Tag zu Tag größer. Gleichzeitig wachsen auch die Beikräuter wie Beifuß, Gänsefuß und Klee, die mit unserer Sonnenblumensorte Peredovick um Wasser, Licht und Raum konkurrieren.

Das Sonnenblumenfeld Anfang Juni (© Schlegel)

Aus der Ferne scheint es manchmal, als hätten die Beikräuter die Oberhand gewonnen. Wer jedoch genauer hinschaut, entdeckt überall junge Sonnenblumen, die kräftig und stabil nach oben wachsen. Viele der ausgesäten Samen sind aufgegangen und entwickeln sich prächtig.

Besonders freuen wir uns über die zahlreichen Marienkäfer, die auf dem Feld unterwegs sind. Sie finden hier Nahrung und Lebensraum – ein schönes Zeichen dafür, dass die Natur ihren Platz bekommt. Der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel schafft Raum für viele kleine und große Lebewesen, die Teil eines lebendigen Ökosystems sind.

Auch die Beikräuter gehören dazu. Sie machen deutlich, was wir mit unserem Projekt erreichen möchten: ein Feld, das nicht nur Sonnenblumen hervorbringt, sondern Vielfalt. In den kommenden Wochen werden die Pflanzen weiter wachsen und unser „Vielfalt-Sonnenblumenfeld“ immer sichtbarer.

Das Vielfalt-Sonnenblumenfeld

Nach dem letzten großen Regen vor einer Woche wurden 140 kg Sonnenblumensamen auf dem 4 Hektar großen Feld zwischen Mauerweg und Zernsdorfer Weg eingesät. Gestern konnten wir rund um die Fläche die ersten Schilder zu unserem Projekt aufstellen. Ein großes Dankeschön an das „Sonnenblumenfeld-Team“ Uta, Kathrin, Mone und Jürgen O. für die Schilder und die handwerkliche Unterstützung vor Ort und an Jürgen K. für den Erdbohrereinsatz.

Hintergründe zum Sonnenblumenfeld sind hier zu finden.

In den kommenden etwa 14 Tagen beobachten wir, wie stark die Beikräuter wachsen. Dann entscheiden wir, ob ein weiterer Arbeitsschritt notwendig wird: das sogenannte Striegeln. Dabei wird mit einem Hackstriegel – einem leichten, der Egge ähnlichen Gerät – die obere Bodenschicht bearbeitet. Die feinen Metallzinken reißen dabei junge Beikräuter heraus und verschütten sie, während die kräftigeren Sonnenblumenpflanzen stehen bleiben. So kann auf den Einsatz chemischer Mittel verzichtet werden.

Im nächsten Schritt werden wir die Schutzzone im Inneren des Feldes kennzeichnen. Und dann darf die Natur ihren Teil beitragen: etwas Sonne, hin und wieder ein sanfter Landregen – und mit der Zeit entsteht hoffentlich ein leuchtendes, gelbes Blütenmeer.

Ackerfrüchte auf den Stolper Feldern

Zurzeit liegt immer wieder ein markanter Duft in der Luft rund um die Stolper Felder. Viele kennen ihn aus der Landwirtschaft: Es riecht nach Gülle. Aktuell wird auf dem großen Acker zwischen Frohnau und dem Querweg Schweinegülle ausgebracht, um den Boden für den diesjährigen Maisanbau vorzubereiten.

Wir möchten diese Phase nutzen, um einen Überblick zu geben: Auf unserer Karte ist zu sehen, wo welche Ackerfrüchte wachsen. Gerste, Raps und Weizen stehen bereits auf den Feldern, während der Mais in den kommenden Tagen ausgesät wird.

Getreide und Mais prägen seit vielen Jahren das Bild der Stolper Felder. In diesem Jahr kommen jedoch zwei neue Entwicklungen hinzu:

Auf einer etwa 3 Hektar großen Fläche der FrohLaWi wird Luzerne in Streifen angebaut. Diese dient nicht nur als Futterpflanze, sondern reichert den Boden auf natürliche Weise mit Stickstoff an. Zwischen den Luzernestreifen entstehen bewusst Bereiche für mehr Biodiversität.

Direkt angrenzend, auf rund 4 Hektar, wächst unser neues Sonnenblumenfeld – ein gemeinsames Projekt unseres Vereins, der Stadt Hohen Neuendorf und des bewirtschaftenden Landwirts.

Dieses Feld ist mehr als nur ein neuer Anblick: Es steht für die Verbindung von Landwirtschaft, Artenvielfalt und gemeinschaftlichem Engagement. In den kommenden Wochen werden wir auf unserer Website sowie an unserem Marktstand am 9. Mai in Hohen Neuendorf ausführlicher über das Projekt berichten.

Zum Schluss noch ein Hinweis für alle, die tiefer in das Thema Landwirtschaft in Brandenburg eintauchen möchten: Ein aktueller Beitrag des rbb bietet einen guten Überblick über Anbauflächen, Betriebsstrukturen und Viehhaltung.