Pünktlich zu Beginn der Sommerferien stimmten wir uns in kleiner Runde mit viel Fantasie und Kreativität auf die kommenden Abenteuer ein! Wir lernten die Elemente und ihre Bedeutung für die Natur kennen und stellten erstaunt fest, dass sie überall zu finden sind.
Das Element Luft spielte an diesem Tag in Form von windigen Böen mit unseren Haaren und schickte uns tanzende Sandkörner. Wo wir auch schon beim Element Erde wären, welches wir an der Bieselheide, unserem Treffpunkt an diesem Tag, in Hülle und Fülle vorfanden.
So entstanden erdige Sommerbilder, die mit Holz, Steinen, Blüten und Gräsern verziert wurden. Als wir erstaunt feststellten, dass der Sand wie am Meer riecht, kam Magie ins Spiel! Zwei zauberhafte Meerjungfrauen, die mit Wasser benetzt werden wollten, kamen in der Sandlandschaft zum Vorschein. Da war das Element Wasser!
Beim näheren Erforschen der Umgebung fanden wir verbranntes Holz, welches von einem Lagerfeuer stammte. So waren wir dem Element Feuer auch ganz nah. Wir entdeckten, dass man mit „Holzkohle“ tolle Bilder auf Steine malen kann!
Unser Sommerabenteuer fiel in sehr wechselhaftes Wetter, aber die Elemente waren uns hold: Wir blieben trocken und auch der Wind war nicht so stark. Bei der Kletterpartie entdeckten wir den alten (nun halben) Wildschweinschädel wieder. Wir klopften einige Erdhummeln aus ihrem Bau, als wir vom Baumstamm sprangen und um ihr zu Hause nicht zu stören, zogen wir lieber weiter.
Es gab einen künstlerischen Teil, bei dem wunderschöne Sommerbilder auf Glitzer-Klebefolie entstanden. Dafür wurde die ganze Wildwiese nach Blüten, gefärbten Blättern und anderen Kostbarkeiten abgesucht, welche dann auf der Folie angeordnet wurden. Das hohe Gras wurde währenddessen zum Versteck-Spiel genutzt.
Unseren Abschluss haben wir dann lieber unter ein Dach verlegt, wo wir den Tastsinn auf die Probe stellten: Es galt, unsere zu Beginn in Stoffsäckchen versteckten, geheimen Objekte wiederzufinden, ohne zu schmulen. Die Eltern durften dann einem Kirschkern-Weitspuck-Wettbewerb beiwohnen, bevor es nach Hause ging.
Wer in den letzten zwei Wochen in der Nähe des Golfplatzes unterwegs war, hat sicherlich die Veränderungen am Rand des Geländes bemerkt. Direkt am Zaun wurde Gehölz geschnitten und eine Fahrbahn angelegt. Auch am Zaun selbst sind neue Stahlpfosten gesetzt worden und an vielen Stellen im unteren Bereich des Zaunes sind geflickte Stellen zu entdecken. Die ersten Anfragen, was denn da passiert, haben uns erreicht. Menschen, die häufig dort entlang gehen, haben ihre Sorge geäußert, dass vor allem der naturbelassene Teil zwischen Weiden-, Pfechpfuhlweg und Ackergrenze in Golfplatzrasen umgewandelt wird.
Wir haben direkt beim Greenkeeper nachgefragt und erfahren, dass der gerodete Streifen und die Fahrbahnen zur Zaunkontrolle aufgrund von Wildschwein-Problemen auf dem Golfplatz notwendig geworden sind. Das Schnittgut wird perspektivisch zu Benjeshecken/Totholzhecken verbaut. Die Anlage der Fahrbahnen und der Freischnitt erfolgte bereits im letzten Winter rund um den westlichen Teil des Golfplatzes. In diesem Winter ist der östliche Bereich direkt am Zaun dran.
Der Naturbereich im oben erwähnten Bereich bleibt bestehen, denn er ist eine geschützte Ausgleichsfläche für die Anlage des Golfplatzes. So haben vor allem die Fasane, die dort inzwischen heimisch sind, ihr Zuhause. Während der Besichtigung des Bereiches, um die Fotos zu machen, stolzierten in der Nähe dann wie gerufen auch drei wunderschöne Fasane über den Golfrasen. Die Natur und der Sport können auf diesem Gelände auch zukünftig miteinander leben, so wie das Motto auf dem Schild verspricht.
Heute war ich wieder am Zernsdorfer Weg unterwegs und wollte schauen, wie weit die Birnen schon gereift sind. Dabei sind mir frische Wagenspuren ins Auge gefallen – da dachte ich mir: „Na, da war bestimmt jemand vom Jägerteam unterwegs.“ Wir haben seit letztem Jahr einen guten Draht zum Jagdteam, das auf den Stolper Feldern zuständig ist (falls du/sie es noch nicht weißt/wissen: Im Newsletter Nr. 27 haben wir schon mal über das Jagdrevier und seine Besonderheiten berichtet).
Kurz nach meinem Spaziergang konnte ich mit dem Leiter des Teams telefonieren. Er hat bestätigt, dass er in der letzten Nacht einen Keiler geschossen hat. Die Wildschweinpopulation ist nach wie vor ziemlich groß, obwohl in diesem Jahr schon 40 Tiere erlegt wurden. Die Tiere vermehren sich anscheinend das ganze Jahr über, weil sie mehr als genug Futter finden. Der Zernsdorfer Weg ist momentan so etwas wie ein „Buffet der Köstlichkeiten“ für die Wildschweine: Sie spazieren zwischen Maisfeldern, Fallobst – also Birnen und Sommerpflaumen – und wieder zurück zum Mais.
Maisfelder sind für Wildschweine ein Paradies. Sie bieten reichlich Nahrung, dichte Deckung und Schutz vor Störungen oder schlechtem Wetter. Die hohen Maispflanzen lassen die Tiere tagsüber und sogar über längere Zeit fast unsichtbar sein. Besonders im Sommer verlassen sie oft den Wald und leben fast nur noch in den Maisfeldern. Das macht sie natürlich auch für Jagende schwer zu erwischen: Sie wechseln meist erst in der Dämmerung oder nachts in die Felder, was den Schuss manchmal zu einem echten Sekundenrennen macht.
Um dem Wildschwein-„Buffet“ Einhalt zu gebieten, setzen viele Landwirt*innen auf Blühstreifen oder sogenannte Bejagungsschneisen – also vegetationsarme Streifen, die entlang oder innerhalb der Felder verlaufen. Diese offenen Zonen erleichtern die gezielte Jagd und leisten natürlich auch einen wesentlichen Beitrag zur Artenvielfalt am Rande der landwirtschaftlichen Monokulturen.
Felix Schneermann als Pächter der Flächen, ist bisher nicht überzeugt von diesen Maßnahmen, obwohl die Schäden in seinen Feldern schon ziemlich groß sind. Wir hoffen natürlich, dass sich bald eine Lösung findet, bei der Landwirt und Jagdteam gemeinsam an einem Strang ziehen. Ziel ist es, die Wildschweinpopulation so zu regulieren, dass die Tiere auf den Stolper Feldern leben können, ohne großen Schaden anzurichten. Denn letztlich wollen wir alle, dass die Natur im Gleichgewicht bleibt – für die Tiere, die Landwirte und uns alle.