Das Baumkataster – unser Gedächtnis für jeden Baum

Mitte Januar standen wir zwischen unseren Birnbäumen am Zernsdorfer Weg – mit dem Baumkataster in den kalten Händen, offenen Augen und vielen Fragen. Welche Bäume brauchen in diesem Winter einen Schnitt? Welche dürfen einfach weiterwachsen? Gemeinsam mit dem Obstbaumexperten Sebastian Rusch haben wir jeden einzelnen Baum betrachtet, dazu beraten, entschieden und unsere Absprachen direkt im Kataster festgehalten.

Baumgruppe 70 im September 2024 (© Schlegel)

Bereits 2022 haben wir dieses Kataster angelegt. Jeder Baum trägt eine Nummer. Dokumentiert werden Schnittmaßnahmen, Vitalität, Ertrag und Besonderheiten, ergänzt durch Fotos. So können wir Entwicklungen über Jahre hinweg nachvollziehen und gezielt handeln, statt nur zu reagieren.

Als Beispiel stellen wir hier die Baumgruppe Nr. 70 vor:
Sie wurde im August 2022 erstmals erfasst. Im September 2024 erfolgte die erste Maßnahme: Die vier dicht beieinanderstehenden Bäume wurden vom Totholz befreit. Sie tragen kleine, birnenförmige Früchte. 2025 fiel der Ertrag sehr gering aus. Daher empfahl Sebastian einen Erziehungsschnitt mit Auslichtung, den er Anfang Februar 2026 durchgeführt hat.

Auf den Fotos ist die Baumgruppe im Sommer 2024, im März 2025 und nach dem Schnitt im Februar 2026 zu sehen. Nun sind wir gespannt, wie die Bäume auf die Maßnahmen reagieren werden. Mit einer reicheren Ernte rechnen wir vermutlich erst 2027 – in diesem Jahr dürfen sie sich zunächst von dem Eingriff erholen.

Warum ist der Schnitt so wichtig? Er erhält die Vitalität der Bäume, fördert die Fruchtqualität und sichert langfristig die Stabilität der Kronen. So tragen wir dazu bei, alte Birnensorten für die Zukunft zu bewahren.

Die Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Doch schon jetzt zeigt sich, wie wichtig kontinuierliche Pflege und sorgfältige Dokumentation für den Erhalt unserer alten Birnbäume sind.

Was ist los am Golfplatzzaun?

Wer in den letzten zwei Wochen in der Nähe des Golfplatzes unterwegs war, hat sicherlich die Veränderungen am Rand des Geländes bemerkt. Direkt am Zaun wurde Gehölz geschnitten und eine Fahrbahn angelegt. Auch am Zaun selbst sind neue Stahlpfosten gesetzt worden und an vielen Stellen im unteren Bereich des Zaunes sind geflickte Stellen zu entdecken. Die ersten Anfragen, was denn da passiert, haben uns erreicht. Menschen, die häufig dort entlang gehen, haben ihre Sorge geäußert, dass vor allem der naturbelassene Teil zwischen Weiden-, Pfechpfuhlweg und Ackergrenze in Golfplatzrasen umgewandelt wird.

Wir haben direkt beim Greenkeeper nachgefragt und erfahren, dass der gerodete Streifen und die Fahrbahnen zur Zaunkontrolle aufgrund von Wildschwein-Problemen auf dem Golfplatz notwendig geworden sind. Das Schnittgut wird perspektivisch zu Benjeshecken/Totholzhecken verbaut. Die Anlage der Fahrbahnen und der Freischnitt erfolgte bereits im letzten Winter rund um den westlichen Teil des Golfplatzes. In diesem Winter ist der östliche Bereich direkt am Zaun dran.

Material für Benjeshecken (© Schlegel)

Der Naturbereich im oben erwähnten Bereich bleibt bestehen, denn er ist eine geschützte Ausgleichsfläche für die Anlage des Golfplatzes. So haben vor allem die Fasane, die dort inzwischen heimisch sind, ihr Zuhause. Während der Besichtigung des Bereiches, um die Fotos zu machen, stolzierten in der Nähe dann wie gerufen auch drei wunderschöne Fasane über den Golfrasen. Die Natur und der Sport können auf diesem Gelände auch zukünftig miteinander leben, so wie das Motto auf dem Schild verspricht.

Golfplatz für alle (© Schlegel)

Benjesheckenbau am Zernsdorfer

Am Zernsdorfer Weg wurden von vier Vielfalter*innen mit Sägeschein einige Traubenkirschen gefällt, weil sie den Obstbäumen den Platz streitig gemacht haben.

Das Schnittgut war reichlich und wir haben am Sonntag bei strahlendem Sonnenschein und Kälte unsere erste, diesjährige Benjeshecke gebaut. Die Erfahrung von einigen Vielfalter*innen machte es für uns leicht, dieser Hecke ein stabiles Fundament mit dicken Stämmen und Ästen zu geben und die kleineren Zweige dazwischen zu flechten. Wir mussten die, vom Sägeteam toll vorbereiteten Äste, noch in die richtigen Längen schneiden, den einen und anderen dicken Stamm zur Hecke transportieren und waren nach 1,5 Stunden mit der ersten (von voraussichtlich drei) größeren Benjeshecken fertig.

Bei heißem Kakao, Tee und den ersten Lebkuchen haben wir unsere Arbeit bewundert und waren sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Es wartet noch einiges an Schnittgut auf uns, sodass wir bald weiterbauen können.

Unser Dank gilt dem Sägeteam Dieter, Gerd, Jürgen und Martina für die Fällarbeiten und die tolle Vorbereitung des Schnittgutes und dem Benjesheckenteam Anke, Birgit, Kathrin M., Kathrin S., Mattze und Thomas. Und ein Dank an Mone für die Fotos.

Vielfältige Aktion am Wochenende

Das Wochenende hatte es in sich,  gleich an beiden Tagen gab es ein Vielfalt–Angebot.

Am Samstag war zum großen Cleanup am Stolper Feld aufgerufen. Die Sammelaktion wurde wieder gemeinsam mit dem Bürgerverein Frohnau im Rahmen der BSR Kehrenbürger*innen-Kampagne organisiert.

Diesmal hatten wir am Stolper Feld neben den Teams, die zu Fuß unterwegs waren, auch 2 Teams, die mit den Fahrrädern eine größere Tour machen konnten. Der Tegeler Weg, Pechpfuhlweg, Weidenweg und Zernsdorfer Weg konnten abgefahren werden.

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Unser Patenkind sagt „Danke“!

Der Zern(s)dorfer Weg hat gestern wieder Unterstützung durch mehrere Schneide- und Bodenteams erhalten. Das Wetter hat auch mitgeholfen und uns von 9 bis 12 Uhr im trockenen, milden Wind arbeiten lassen.

An 7 ausgewählten Birnbäumen haben 13 tatkräftige Menschen Totholz entfernt, Kronen ausgelichtet, Wassertriebe und Efeu am Stamm entfernt und die dicken und dünnen Äste zu schon vorhandenen Benjeshecken gebracht, aufgestapelt und in 2 neuen Hecken verarbeitet.

Wir haben noch nicht alles geschafft und so freuen wir uns auf eine weitere Aktion zum Benjesheckenbau, die es in Kürze geben wird. Das macht übrigens sehr viel Freude und hat einen meditativen, kreativen Touch.

Die Birnenernte ist für dieses Jahr abgeschlossen, auch wenn wir gestern noch 4 lagerfähige Birnen gefunden haben. Die jetzt noch hängenden Früchte an den Bäumen sind zum „Rohessen“ nicht geeignet, schmecken einfach nicht. Aber die eine und andere Frucht konnte ich im September noch genießen und sie waren „köstlichst“.

Danke an Euch alle, die Ihr gestern mitgeholfen habt!

Aktion Birnbaum

Eigentlich sollten die Arbeiten am Zerndorfer Weg schon am Samstag weitergehen, aber das Tief „Ornella“ hat dafür gesorgt, dass wir uns erst am Sonntag getraut haben, mit Harken, Motorsäge und Astscheren aufzutauchen. Die Wetter-Apps sind aber auch nicht mehr zuverlässig und so war der angekündigte Sonnenschein am Sonntag mit einigen Stunden Verspätung angekommen, als wir schon fertig waren.

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