Winterstimmung 2026

Liebe Freundinnen und Freunde des Stolper Feldes,
seit gestern Abend werden wir mit einem für uns inzwischen ungewöhnlichen Bild beschenkt: Das neue Jahr beginnt bei uns unter einer geschlossenen Schneedecke. Das Stolper Feld liegt still und hell da, eingehüllt in Winterruhe – und zugleich voller Leben.

Heute Morgen bei unserer „Hunderunde“ war auf dem kleinen Hügel schon einiges los: Es wurden Schlitten gezogen, Spuren in den Schnee gemalt, Schneemenschen gebaut. Während unter der weißen Decke Samen ruhen und Wurzeln Kraft sammeln, wird das Feld ganz selbstverständlich zum Ort der Begegnung, der Freude und des Miteinanders.

Diese Gleichzeitigkeit zeigt mir: Schutz und Spiel, Stille und Bewegung, Rückzug und lebendige Nutzung. Sie erinnert daran, worum es uns im Verein geht – einen Raum zu bewahren, in dem Vielfalt wachsen darf, für Pflanzen und Tiere ebenso wie für Menschen.

Neben unseren Projekten dürfen neuerdings auch viele junge Obstbäume wachsen, die von der Stadt Hohen Neuendorf im nördlichen Teil des Pechpfuhlwegs gepflanzt wurden. Welche und wie viele es sind, werden wir bald erfahren.

Wir danken euch für eure Verbundenheit, eure Aufmerksamkeit und eure Bereitschaft, dieses Feld mitzutragen – im Tun und im Dasein. Naturschutz bedeutet auch, dem Leben zu erlauben, sich in seinem eigenen Rhythmus zu entfalten.

Möge das kommende Jahr uns weiterhin darin stärken, dem Stolper Feld mit Achtsamkeit, Respekt und Freude zu begegnen – offen für das Leise wie für das Lebendige.

Von Herzen alles Gute für das neue Jahr und Danke für das gemeinsame Wirken an diesem besonderen Ort.

Farbwunder am Stolper Feld

Der November zeigt sich in diesem Jahr mit besonders schönen Farben. Ich habe die sonnigen Tage genutzt und ein paar Schätze entdeckt, die das Auge erfreuen und die Stimmung heben. Vor allem das große Feld zwischen Weiden-, Mauer- und Pechpfuhlweg erfreut uns in diesem Jahr mit der blühenden Phacelia. Viele Menschen fragen, was das für eine Pflanze ist und wofür sie gedacht ist.

Blühendes Phacelia-Feld (© Schlegel)

Im Sommer kennen wir sie als Pflanze in den Blühstreifen, wo sie vielen Insekten Nahrung bietet. Jetzt wurde sie im September nach der Ernte als Gründüngung ausgebracht. Sie ist eine Zwischenbegrünung und soll dem Boden als Erosionsschutz und als Unkrautunterdrückung dienen. Außerdem bindet sie Stickstoff im Boden und bildet durch ein dichtes Wurzelwerk reichlich Biomasse. Die Wurzeln reichen bis zu 60 cm tief in den Boden und helfen beim Humusaufbau. Im Winter stirbt sie bei Minusgraden ab und hinterlässt eine Mulchschicht auf dem Acker, der den Boden bedeckt und schützt. Im Frühjahr wird die Biomasse eingearbeitet. Für 2026 ist auf der Fläche der Anbau von Futtermais geplant.

Die Insekten, die jetzt noch unterwegs sind, erfreuen sich an einer späten Mahlzeit.

Neben der Phacelia haben mich noch andere Pflanzen und Bäume erfreut. Hier und da sind noch die strahlenden Farben vom Sommer zu sehen, die sich mit der herbstlichen Färbung und dem Ende der Vegetationszeit mischen. Es lohnt sich, mit Ruhe und Gemütlichkeit durch die Natur zu schlendern und zu entdecken.

Die Schüler*innen ackern wieder

Ein Beitrag von Gitty Henschke

Am 17. Oktober war es wieder so weit: 32 Schüler*innen der diesjährigen 3. Klasse der Waldorfschule im Märkischen Viertel kamen gut gelaunt und voller Tatendrang auf das FrohLaWi-Feld. Sie wurden begleitet von ihrer Gartenbaulehrerin, der Klassenlehrerin und einem Erzieher, um auch dieses Jahr wieder ihren Winter-Weizen zu säen.

Am Zaun der FrohLaWi war bereits wieder ein Feldstück von Martin Kaupenjohann vorbereitet worden. Der Boden musste jedoch noch per Hand von jeweils einem Team, bestehend aus 6 Schüler*innen, mittels Pflugfurche bearbeitet werden, um die Körner in Reihen in die Erde zu bringen.

Nach gut 2,5 Stunden war die Arbeit geschafft  und die Kinder staunten, wie viel Anstrengung es braucht, um ein kleines Stück Feld von ca. 30 m × 2 m zu bearbeiten. Sie freuen sich trotz der vielen Arbeit darauf, im Frühjahr zum Unkrautjäten wieder zu kommen. Auch diese Klasse hatte ganz viel Spaß am Ausflug zum Stolper Feld.

Wir freuen uns darauf, auch die zukünftigen Aktionen zu koordinieren und zu begleiten.

World Cleanup Day

Es ist wieder so weit: Auf der ganzen Welt werden am 20. September 2024 Menschen aktiv, um ein Zeichen gegen die Vermüllung unserer Erde zu setzen. 2023 waren es laut Angaben der Organisator*innen vom World Cleanup Day  19 Millionen Menschen in über 190 Ländern.

Da viele von uns das ganze Jahr über rund um die Stolper Felder Müll sammeln, ehrenamtlich Mülleimer leeren und Menschen für das Thema sensibilisieren, sagen wir zum World Cleanup Day wieder einmal Danke an Euch alle, die Ihr täglich ein Zeichen gegen die Vermüllung in der Natur setzt:

Danke an Euch, Gitty, Karsten, Kathrin M. und Ruth vom Müll-Team unseres Vereins, die Ihr die Stolpis (unsere Mülleimer am Mauerweg) regelmäßig leert.

Stolpi-Mülleimer (© Jürgen Ohlhoff)

Danke an Euch Helfende bei unseren Kehrenbürger*innen-Aktionen im November 2023 und März 2024. Die Natur wurde durch Eure Hilfe von einer Menge Müll befreit.

Danke an die vielen unbekannten Müllsammelnden, die Ihr rund um die Felder unterwegs seid und Müll von anderen Menschen einsammelt.

Einfach nur DANKE (© Pixabay)

FrohLaWi-Vielfalt Blühmischung

Am Samstag haben wir unsere diesjährige Blühmischung ausgestreut. Es war eine Premiere, denn wir haben keine Maschinen dafür genutzt, sondern per Hand ausgestreut. Mit Menschen aus beiden Vereinen haben wir eine Fläche vor dem FrohLaWi-Zaun (ca. 700 m²) und ca. 2 Hektar Ackerland mit einer 50-Arten-Blühmischung versehen.

Da wir alle keine Erfahrung mit diesem Vorgehen hatten, waren einige vorbereitende Gedanken notwendig: Wie viele Samen braucht es pro m²? Nehmen wir Sand oder anderes Material, um die Samen zu mischen und besser ausstreuen zu können? Wie viele Menschenschritte sind 1 m²? Welche Menge passt in eine Hand, sodass es für 1 m² reicht? Streuen wir nach links oder rechts? Laufen wir parallel oder einzeln? Wie kann ich die Spur halten? Reicht das Saatgut von 24 kg für die ganze Fläche?

Es hat ein bisschen Übung gebraucht, bis wir uns in der Gruppe von 8 Menschen eingespielt hatten. Nach einigen Stunden war es geschafft.

Nun warten wir auf den Regen und freuen uns auf die bunte Vielfalt in diesem Sommer!

Bohrungen am Pechpfuhl

Ein Gastbeitrag von Jürgen O.

Die Vorarbeiten zur Wiederherstellung des Pechpfuhls als temporäres Kleingewässer für Amphibien gehen voran.

Erkundung des Pechpfuhls durch Martina Wagner und Martin Kaupenjohann (© Jürgen Ohlhoff)

Martina Wagner als unsere Naturschutzexpertin geht davon aus, dass die Vertiefung des Pechpfuhls notwendig ist, damit dieser zumindest im Winter und Frühjahr wieder Wasser führt.

Der Pechpfuhl hat offenbar keine Verbindung zum Grundwasser und wird hauptsächlich durch unterirdische Zuflüsse aus den höherliegenden Zonen in unmittelbarer Umgebung gespeist. Ein wichtiger Schritt ist, den Aufbau der Bodenschichten zu erkunden, um zu wissen, in welcher Tiefe die wasserundurchlässige Bodenschicht liegt, wie es sich mit dem Wasserzufluss verhält und wie viel Boden voraussichtlich ausgehoben werden muss.

Expert*innen unter sich (v.l.n.r. Martina Wagner, Gerd Wessolek, Martin Kaupenjohann und Kathrin Schlegel als Maulwurf verkleidet © Jürgen Ohlhoff)

Wir freuen uns sehr, dass uns dabei die Bodenkunde-Experten Prof. Martin Kaupenjohann und Prof. Gerd Wessolek, beide früher TU Berlin, unterstützen. Sie haben sich vor Ort ein Bild von der Situation gemacht und ein Bodenprofil erstellt. Die Ergebnisse zeigen, dass bereits ab einer Tiefe von ca. 50 cm eine Tonschicht beginnt, die ca. 80 cm mächtig ist und damit die Versickerung des Pechpfuhl-Wassers in tiefere Bodenschichten verhindert.

Bodenprofil (© K. Schlegel)

Der Aushub der über der Tonschicht gelegenen Sand-/Lehmschicht, die ursprünglich mit dem Wasser aus der Umgebung des Pechpfuhls eingetragen worden ist, könnte damit deutlich geringer ausfallen als ursprünglich erwartet. Unter der Tonschicht befindet sich offenbar eine Torfschicht. Prof Wessolek wird auf dieser Basis ein Gutachten anfertigen, das auch die hydrologischen Verhältnisse am Pechpfuhl beleuchten wird.

Mit diesem Wissen gehen wir dann den nächsten Schritt.

Trauriger Abschied

Am Donnerstag vergangener Woche haben die Arbeiten am Mauerweg zwischen Invalidensiedlung und Gollanczstraße begonnen. Wir wurden von den Berliner Stadtgütern informiert, dass auf der großen Wiesenfläche südlich der Invalidensiedlung begonnen wird. Hier sollen die unerwünschten Arten wie Traubenkirsche, Kiefer und Robinie gerodet werden, damit dort in Zukunft eine offene Wiesenlandschaft gefördert wird.

„Trauriger Abschied“ weiterlesen

Winterstimmung am Feld

Hurra, der Winter ist da! Gestern glitzerte es bei Sonnenschein auf dem Feld, heute kommt neuer Schnee. Also, warm anziehen und raus zum Stolper Feld.

Heute nach Schulschluss wird es dort an den wenigen Stellen mit Gefälle bestimmt voll werden, denn der Schnee könnte für die ersten Schlittenfahrten reichen.

Und wenn dann alle wieder zu Hause sind und sich aufgewärmt haben, gibt es noch einen Fernsehtipp von uns, denn die Bioreaktoren sind nun auch in der Sendung Gartenzeit des rbb zu sehen. Die unterhaltsamen 4 Minuten sind kurzweilig und erklären, was hinter dem Begriff  „Kiezkompost“ steckt.

Viel Spaß, draußen und drinnen!

Kehrenbürger*innen am Stolper Feld

Unsere 3. Müllsammelaktion rund ums Stolper Feld ist in Vorbereitung.

Wir starten am Samstag, den 11.11.23 um 13 Uhr. *
Treffpunkt: Neubrücker Straße/Gralsburgsteig an der S-Bahn Brücke.

Mitmachen ist erwünscht und für alle möglich. Die BSR unterstützt uns mit Ausrüstung (Greifzangen, Müllbeutel, Handschuhe und Westen) und holt die gesammelten Werke an vereinbarten Stellen ab.

*Sollte die Aktion aufgrund des Wetters verschoben werden, posten wir das auf dieser Seite am Samstagvormittag.

Bioreaktoren „on stage“

Gestern war wieder Drehtag auf dem FrohLaWi–Feld. Das Team vom rbb hat diesmal die von Felix entworfenen Bioreaktoren in den (Kamera-)Fokus genommen. Der Beitrag soll bald in der Sendung Gartenzeit ausgestrahlt werden. Die Aufregung war groß, vor allem bei Felix, der 6 Stunden mit dem Team unterwegs war und Interviews gegeben hat. Es wurden sehr viele Fragen gestellt und viele Szenen gedreht.

Den Anfang machte die von Felix entworfene Wurmkiste, die in einer Schubkarre mit Kamerabegleitung übers Feld geschoben wurde. Dann ging es weiter zu den Bioreaktoren, wo Felix einige Zeit vor der Kamera verbrachte.

Die „Action-Szenen“ waren das Ernten der Biomasse in Form mehrerer Schubkarren Wirsingkohlblätter, die Zerkleinerung der Biomasse per Spaten und die Befüllung der Reaktoren. Mit vor der Kamera waren Wilhelm und Martin B., die eng mit Felix zusammenarbeiten.

Handarbeit

Ein zweiter Stopp mit dem rbb–Team war am Gurnemanzpfad, wo das Projekt 2021 mit 3 Reaktoren gestartet worden war. Am Schluss gab es noch eine Szene in einem privaten Garten, in dem im Mai ein paar Eimer vom tollen Bioreaktoren–Kompost aus diesem Jahr ausgebracht und Prunkbohnen darauf angebaut wurden. Die Bohnenernte war sehr reichlich.

Wir sind gespannt, welcher Szenen die Regisseurin und das Team für den 4-minütigen Beitrag auswählen werden.

Danke, Felix, für die Idee und Dein Engagement. Und Danke an alle Beteiligten rund um das Projekt Bioreaktor! Wir sagen Bescheid, ab wann unsere Fernsehstars im rbb zu sehen sind.